Werk Jesu des Hohenpriesters - Familie Mariens

1968 gründete der slowakische Bischof Paul Maria Hnilica SJ († 2006) auf Wunsch Papst Pauls VI. die Laienbewegung Pro fratribus mit dem Ziel, die verfolgte Kirche in Osteuropa geistig und materiell zu unterstützen. Personen jeden Standes und Alters konnten sich dieser Bewegung anschließen. Durch den Eintritt einiger junger Männer und Frauen, die gottgeweiht leben wollten, um sich so noch direkter der Ausbreitung des Evangeliums widmen zu können, kam es zu einer Neuausrichtung der Bewegung. Diese wurde am 14. August 1992 durch den Bischof von Rožňava, Msgr. Eduard Kojnok († 2011), unter dem neuen Namen Pro Deo et fratribus - Familie Mariens (PDF-FM, meist nur Familie Mariens genannt) auf diözesaner Ebene anerkannt und am 25. März 1995 vom Päpstlichen Rat für die Laien zu einer Vereinigung päpstlichen Rechts erhoben mit der definitiven Anerkennung der Statuten am 25. März 2004.

Für die Priester der PDF-FM wurde von der Kleruskongregation am 22. Mai 2008 eine Internationale Öffentliche klerikale Vereinigung päpstlichen Rechts mit der Fakultät der Inkardination errichtet. Der Name dieser Vereinigung ist Werk Jesu des Hohenpriesters (Opus J.S.S.). Gründer und Präsident ist der Priester Gebhard Paul Maria Sigl.

Im Blick auf Jesus den Hohenpriester und nach Seinem Vorbild bemühen sich die Kleriker des Werkes Jesu des Hohenpriesters, ihren Dienst für das Reich Gottes auszuüben.

Die Ausbildung der Seminaristen erfolgt in Rom. Sie gliedert sich in das zweijährige Vorseminar und in die philosophischen und theologischen Studien an den päpstlichen Universitäten in Rom.

Die Missions-Brüder, die den Priestern in der Pastoral behilflich sind, erhalten ihre Formung und Ausbildung ebenfalls im Formungshaus des Werkes Jesu des Hohenpriesters.

Die Berufung der Apostolischen Schwestern der Familie Mariens besteht im innersten Wesen darin, ihr Leben für die Heiligung der Priester Gott hinzugeben. Sie tun dies vor allem dadurch, dass sie sich um ein tiefes Gebetsleben bemühen und ihre täglichen Tätigkeiten und Pflichten in diesem Anliegen aufopfern.

Die Ausbildungs- und Formungszeit der Apostolischen Schwestern im Mutterhaus in der Slowakei umfasst mindestens drei Jahre, die der geistig-spirituellen Vertiefung sowie auch der praktisch-missionarischen Reifung dienen. Das Ende der Formungszeit bildet die Feierliche Weihe an das Makellose Herz Mariens vor dem Bischof, durch die die Schwestern ihre bräutliche Ganzhingabe an Christus ausdrücken und sich so zu einem Leben der christlichen Vollkommenheit nach den evangelischen Räten verpflichten.

Trotz verschiedener juristischer Struktur leben beide Gemeinschaften aus derselben Spiritualität, so dass das Werk Jesu des Hohenpriesters und die Familie Mariens ein einziges Werk bilden.

Diese gemeinsame Spiritualität ist geprägt von der Liebe zu Maria, von eucharistisch-priesterlichem Geist und der Treue zum Papst. Sie ist missionarisch orientiert und strebt nach wahrer Ökumene, auf dass sich die Verheißung Jesu von der einen Herde unter einem Hirten (vgl. Joh 10,16) verwirkliche.

Die Spiritualität schöpft ihre Kraft aus dem Gebet und dem sakramentalen Leben. Deshalb gibt es in den Niederlassungen auch die tägliche eucharistische Anbetung.

Die Priester der Gemeinschaft sind mit verschiedenen kirchlichen Ämtern im Rahmen der Gesamtkirche betraut. Sie widmen sich der Seelsorge in den ihnen anvertrauten Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen. Dabei werden sie sowohl von den Brüdern, die je nach Möglichkeiten und unterschiedlichen Fähigkeiten in den Missionen mithelfen, als auch von den Apostolischen Schwestern und Missionshelferinnen der Familie Mariens unterstützt.

Je nach Auftrag durch den zuständigen Bischof oder der Ortskirche nimmt die äußere Apostolats- und Missionstätigkeit unterschiedlichste Formen an. Sie reicht von der Pfarreiarbeit, dem Unterricht an verschiedenen Schulen und der Leitung eines Internates, der Betreuung von Kindern, Jugendlichen, Familien und alten Menschen bis hin zu verschiedenen karitativen Einsätzen besonders in den Missionsgebieten.

Die Missionszeitschrift Triumph des Herzens, die in sechs Sprachen (deutsch, englisch, französisch, italienisch, slowakisch und niederländisch) herausgegeben wird und alle zwei bzw. vier Monate erscheint, gibt sowohl in die Spiritualität Einblick als auch in das missionarische Wirken der Vereinigungen.

Weltweit ist die Gemeinschaft zurzeit in Italien, Deutschland und Österreich, in der Schweiz, in Frankreich und den Niederlanden, in der Slowakei und in Tschechien, sowie in Uruguay, Kasachstan und Russland tätig.